Handbuch zum Asylverfahren
Das Handbuch der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zum Asyl- und Wegweisungsverfahren ist soeben in einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage erschienen. Bestellen Sie jetzt Ihr persönliches Exemplar!
Auf dieser Seite finden Sie Medienberichte und Informationen, die wir aus sozialarbeiterischer oder sozialpolitischer Sicht interessant finden und für Sie ausgewählt haben.
Das Handbuch der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zum Asyl- und Wegweisungsverfahren ist soeben in einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage erschienen. Bestellen Sie jetzt Ihr persönliches Exemplar!
Ein afghanisches Ehepaar klagte in Strassburg gegen die Schweiz und machte eine Verletzung ihres Rechts auf Privat- und Familienleben (Art. 8 EMRK) geltend. Das Paar war 2011 via Italien in die Schweiz eingereist und hatte in der Schweiz einen Asylantrag gestellt. Das Asylverfahren der Frau war noch hängig, als der Mann 2012 nach Italien zurückgeschafft wurde. Die Frau war bei der 2010 im Iran geschlossenen Ehe erst 14 Jahre alt. Der EGMR stützte den Entscheid der Schweizer Behörden, die Ehe wegen des Alters der Ehefrau nicht anzuerkennen und verneinte eine Verletzung von Art. 8 EMRK.
Seit Januar 2014 werden im Bundeszentrum „Juch“ in Zürich beschleunigte Asylverfahren erprobt. Ein von den Demokratischen Juristinnen und Juristen Schweiz (DJS) in Auftrag gegebenes Gutachten stellt nun die Verfassungsmässigkeit mehrerer Aspekte des Testverfahrens in Frage, insbesondere hinsichtlich der Garantie eines fairen Verfahrens.
Unser Fachbericht führt aus, dass die Rechte von besonders verletzlichen Personen im Dublin Verfahren meist ungenügend umgesetzt werden. Er zeigt auf, wo die Rechte von besonders verletzlichen Personen missachtet oder wo ihre Bedürfnisse hinter die restriktive Migrationspolitik zurückgestellt werden.
In einem offenen Brief ans Staatssekretariat für Migration zeigt sich die Thuner Stadtratsfraktion SVP/FDP irritiert über die Absicht des Bundes, auf dem Waffenplatz Thun ein Asylzentrum einzurichten.
Sozialdirektorenkonferenz-Präsident über das Asylwesen
Die Kantone seien im Asylwesen nahe der Kapazitätsgrenze, sagt der Solothurner Regierungsrat Peter Gomm. Er fordert eine Reform der Arbeitsmarkt-Integration.
Der Kanton Zürich unterstützt den vorbehaltenen Beschluss der Regierungskonferenzen der Sozial-, Justiz- und Polizeidirektoren zur Einsetzung des Sonderstabes Asyl. Gleichzeitig fordert er vom Bundesrat ein Migrationsabkommen mit Eritrea und den strikten Vollzug des bestehenden Abkommens mit Afghanistan. Ebenfalls notwendig sind Sofortmassnahmen zur Abwehr illegal einreisender Personen, insbesondere afghanischer Herkunft.
Die Zürcher Sicherheitsdirektion erhöht die kommunale Aufnahmequote für Asylsuchende. Verärgert zeigt sich der Gemeindepräsidentenverband, pragmatisch reagieren gerade auch kleinere Kommunen.
Tobias Marti, Redaktor im Ressort Stadt Bern, über die Pläne von Kanton und Bund, im Zieglerspital ein Asylzentrum zu eröffnen.
Im September wurden 30 mal mehr Nichteintretensentscheide auf Asylgesuche von Eritreern ausgesprochen als noch im Juni.
Fakten statt Mythen
Im neuen Asylverfahren haben Asylsuchende Anspruch auf kostenlose Beratung sowie Vertretung durch spezialisierte Juristinnen und Juristen. Die Einführung dieser Massnahme hat in den öffentlichen Diskussionen rund um die Neustrukturierung des Asylbereichs zu teils heftigen Reaktionen geführt
Trotz bester sozialer Integration, problemloser Bewährung, einem grossen Freundeskreis und einer jungen Familie, die er bestens versorgt, soll «Ismet» nach Ablauf der Probezeit weggewiesen werden. Dies führt zu einem Ausschaffungsmechanismus, der im Schweizer Recht nicht vorgesehen ist.
«Mariama» gelang nach über 30 Jahren Leibeigenschaft und sexuellem Missbrauch die Flucht aus ihrer Heimat nach Senegal. Ihre beiden Kinder musste sie in diesen Verhältnissen zurücklassen. Nach zwei Jahren hatte sie endlich genug Geld, um nach Europa auszureisen. In der Schweiz erhält sie jedoch einen NEE und soll nach Italien weggewiesen werden.
Der Bund schafft weitere 400 Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden. Das Staatssekretariat für Migration (SEM), das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), der Kanton Obwalden und die Gemeinde Sarnen haben sich darauf geeinigt, das Truppenlager Glaubenberg ab dem 2. November 2015 für diesen Zweck bereitzustellen.
Aktuelle Fragen
Die aktuellen Problemfelder des sich rasant entwickelnden Schengener und Dubliner Rechts standen im Mittelpunkt zweier im Juni 2014 an der Juristischen Fakultät der Universität Basel durchgeführten Tagungen («Schengen in der Praxis – aktuelle Fragen» und «Dublin in der Praxis – aktuelle Fragen»). In den schriftlichen Fassungen ihrer Referate erörtern 18 ausgewiesene Fachleute die schwierigen und mitunter drängenden Rechtsfragen rund um das Schengener Polizei- und Kooperationsrecht sowie die Dubliner Asyl-Zusammenarbeit auf übersichtliche und verständliche Art und Weise. Sie berücksichtigen dabei auch die zwischenzeitlich neu erfolgten Rechtsentwicklungen.
Eine Studie zur sequentiellen Traumatisierung
Anhand biografisch-narrativer Interviews geht diese Studie der Frage nach, wie Kindersoldatinnen und -soldaten traumatische Erfahrungen verarbeiten und wie sich die Lebensbedingungen als Flüchtlinge in Deutschland dabei auswirken.Auf der Basis biografisch-narrativer Interviews mit 15 jungen Flüchtlingen aus sechs afrikanischen Ländern werden die Charakteristika der traumatischen Sequenzen und typische Bewältigungsverläufe herausgearbeitet. Die Erfahrungswelten der Betroffenen werden durch zahlreiche Zitate nachvollziehbar gemacht. Die Kinder entwickeln in ausweglosen Situationen in bewaffneten Konflikten zahlreiche kontextangemessene Anpassungsleistungen, um zu überleben. In Deutschland machen sie im exkludierenden und bürokratischen Asylsystem erneut Erfahrungen des Ausgeliefertseins und der Ohnmacht. Wesentlich für eine Stabilisierung ist soziale Unterstützung, z. B. durch kompetente Fachkräfte und gesellschaftliche Inklusion.
Asyl-Ansturm
Schweizweit werden dieser Tage Appelle lanciert, die Kirche solle Asylsuchende bei sich aufnehmen. In Lausanne leben fünf Eritreer bereits seit Anfang März im Kirchgemeindesaal der Kirche St-Laurent.
Der Asylbereich soll neu geregelt werden. Ab 2019 wird nicht mehr die Polizei- und Militärdirektion für Flüchtlinge zuständig sein, sondern die Fürsorgedirektion. Verbessert werden soll so die Integration der Asylsuchenden.
Der Asylbereich soll im Kanton Bern neu geregelt werden. Ab 2019 wird nicht mehr die kantonale Polizei- und Militärdirektion für Flüchtlinge zuständig sein.
Kürzere Verfahren
Der Nationalrat sagt Ja zu beschleunigten Asylverfahren in Bundeszentren, kürzeren Beschwerdefristen und einer kostenlosen Rechtsvertretung. Einzig die SVP stellte sich gegen die Reform. Zum Thema:- Wer erhält welchen Status? (Tages-Anzeiger)- Der bemerkenswerte Sinneswandel der CVP in der Flüchtlingsfrage (Tages-Anzeiger)